„Wir brauchen beides: Wir brauchen eine Gemeinschaft von Frauen, die uns nach vorne bringt. Und wir brauchen männliche Mentoren, die uns dabei helfen, unsere Schwächen zu erkennen und in Stärken zu verwandeln.“

Frauen werden immer wieder Tipps an die Hand gegeben, wie sie sich erfolgreich in der Männerwelt behaupten können. Das ist gut gemeint, hat aber einen großen Nachteil: Frauen passen sich dem männlichen Verhalten an und verlieren dabei den Blick für ihre Stärken.

“Sprich immer mit der Nr. 1” oder “Wenn Du im Meeting siehst, dass der Kaffee leer ist. Steh’ bloß nicht auf und mach neuen!”

Diese und andere Tipps habe ich vor kurzem in einem Artikel gelesen.

Frauen werden immer wieder Ratschläge an die Hand gegeben, wie sie sich erfolgreich in der Männerwelt behaupten können. Das ist gut gemeint, hat aber einen großen Nachteil: Frauen passen sich dem männlichen Verhalten an und verlieren dabei den Blick für ihre Stärken.

Ich bin nun mal eine Frau und als Frau habe ich bestimmte positive Eigenschaften. Wenn ich rede, dann schaue ich alle an – nicht nur die so genannte “Nr. 1” (oft der Mann). Und mir fällt auch auf, wenn der Kaffee leer ist. Ich kann gar nicht anders. Was ist daran so schlimm? Warum muss ich die positiven weiblichen Seiten vernachlässigen, um erfolgreich zu sein?

Ich verstehe, was mit diesen Tipps bewirkt werden soll: Frauen dabei zu helfen, nach vorne zu kommen. Dabei wird jedoch ein Aspekt vernachlässigt: Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir uns bewusst machen, was unsere Stärken als Frau sind:

Wir denken ganzheitlich. Wir sind empathisch. Wir können zwischen den Zeilen lesen. Wir pflegen Beziehungen.

Dennoch sagen viele Ratgeber uns, dass wir genau das aufgeben sollen, um an der Spitze mitzuwirken. Selbst wenn es gut gemeint ist, führt es dazu, dass damit die Weiblichkeit immer mehr in den Hintergrund geschoben wird – und zwar von uns selbst!

 Was wir brauchen, sind langfristige Ansätze, die Frauen dabei helfen, ihre Stärken bewusst wahrzunehmen.

Als erstes müssen wir verstehen, wie und wo wir uns selbst im Weg stehen. Ohne Opferdenken. Es stimmt, oft sind wir zu emotional. Es stimmt, oft sind wir indirekt und hinten rum. Es stimmt, oft nehmen wir uns zu sehr zurück. Uns fehlen leider oft die Werkzeuge, um das zu ändern.

Und dann müssen wir unser Verhalten verändern. Zum Beispiel:

1. Drücke Deine Gefühle aus anstatt Dich darin zu verlieren.

2. Sieh andere Frauen als Gefährtinnen und nicht als Gegnerinnen.

3. Sei bereit den unbequemen Weg zu gehen.

4. Hör auf, Dich zu beschweren und zu nörgeln.

Bei all dem können wir voneinander und besonders auch von Männern lernen.

Wir brauchen beides: Wir brauchen eine Gemeinschaft von Frauen, die uns nach vorne bringt. Und wir brauchen männliche Mentoren, die uns dabei helfen, unsere Schwächen zu erkennen und in Stärken zu verwandeln.

Zurück zum Eingangsbeispiel: Ich möchte weiterhin bemerken, dass die Kaffeetassen leer sind. Und dann mein Frau-Sein auch nicht mehr aufgeben, um erfolgreich zu sein.  Sondern ich möchte dafür sorgen, dass die Tassen wieder gefüllt sind. Denn ich weiß, dass ich das tun kann, ohne nur auf diesen „Service“ reduziert zu werden. Sondern trotzdem als starke Frau wahrgenommen werde.

Das erfordert ein Umdenken auf beiden Seiten – sowohl auf der männlichen als auch der weiblichen. Es erfordert die Bereitschaft von beiden Geschlechtern, die Stärken des anderen anzuerkennen und zu helfen, die Schwächen zu identifizieren und zu überwinden. Das wird nicht von heute auf morgen gehen.

Deswegen: Es ist an der Zeit, endlich miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander. Nur das bringt uns langfristig gesehen weiter. Und nicht starre Regeln. Wir sind alle die Nr. 1. Wir brauchen einander.