Als Trainerin und Coach für Präsentationstechniken verfolge ich viele Reden und Vorträge. Ich genieße es, im Publikum zu sitzen und den Sprecher zu beobachten – wie ist der Inhalt strukturiert, wie (falls überhaupt) stellt der Sprecher eine Beziehung zum Publikum her, wie klingt seine Stimme? … Und ich bemerke immer wieder das „Zeitphänomen“.Damit meine ich, dass viele Sprecher ihre Rede/Präsentation überziehen. Sie sind so mit sich und ihren Inhalten beschäftigt, dass sie ein grundlegendes Zuhörerrecht vergessen: Das Recht auf ein pünktliches Ende.Warum ist das wichtig? In dem Moment, in dem der Sprecher überzieht, wird das Publikum nervös. Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch schon einmal so ergangen ist – Wenn ich im Publikum sitze und der Sprecher nicht rechtzeitig aufhört, werde ich zuerst unruhig (Minute 1) und dann sehr schnell ungeduldig (Minute 3). Ich höre dem Sprecher nicht mehr zu und die meisten anderen Zuhörer auch nicht. Viele haben Anschlusstermine oder müssen den Zug oder den Flieger erwischen. Hat der Sprecher die Schwelle der eigenmächtigen Verlängerung überschritten, weiß ich nicht mehr, wann (und ob) er enden wird. Was können wir daraus lernen? Seien Sie sich als Sprecher immer der Zeit bewusst.

Studien haben gezeigt, daß die maximale Redezeit 18 Minuten beträgt. Länger können wir uns nicht konzentrieren. Strapazieren Sie die Geduld Ihrer Zuhörer also nicht über.

Als TEDx-Coach liegt mir das TED-Format (www.ted.com) sehr am Herzen. Die Sprecher dürfen 5, 10 oder 20 Minuten sprechen. Studien haben gezeigt, dass die ideale Redezeit 18 Minuten beträgt. In 18 Minuten kann viel gesagt werden. Wenn es darauf ankommt, können Sie Ihre Lebensgeschichte in 18 Minuten erzählen. Da muss es doch möglich sein, in diesem Zeitrahmen über ein drei Monate dauerndes Projekt zu sprechen?! Solange Sie alles um die Kernaussage herum formulieren, sind 18 Minuten möglich.

Manchmal führt allerdings kein Weg an längeren Präsentationen vorbei. Vor einiger Zeit habe ich ein Team gecoacht, das die Vorgabe für die Kick-off-Veranstaltung hatte, dass Präsentationen 45 Minuten dauern MÜSSEN.  Wenn das der Fall ist, beherzigen Sie die 10-Minuten-Regel: Alle zehn Minuten muss etwas Neues passieren. Etwas, das die Zuhörer in eine neue Richtung lenkt. Eröffnen Sie einen neuen Blickwinkel, lassen Sie die Zuhörer etwas machen, zeigen Sie etwas (keinen Film, sondern eine Requisite – Filme machen oft passiv). Sie dürfen, immer zielgruppengerecht, kreativ sein.

Unabhängig davon, was Sie tun: Kein Publikum dieser Welt ist böse, wenn Sie pünktlich enden.

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