Bei meinen Coachings stoße ich immer wieder auf ein bestimmtes Phänomen. Dieses Phänomen zeigt sich folgendermaßen: Der Präsentierende sagt (oder denkt) Dinge wie:

„Hoffentlich halten mich alle für kompetent.“ ,

„Was werden die Zuhörer über mich denken?“ ,

„Hoffentlich merkt niemand, dass ich nervös bin.“,

“Hoffentlich fragt niemand etwas, auf das ich keine Antwort weiß.“,

„Ich hoffe, ich stolpere nicht über mein Laptopkabel, reiße den Beamer um und falle kopfüber in die erste Reihe.“  (Okay, das war jetzt etwas übertrieben, macht aber die Situation deutlich).

Unsere Zuhörer haben bestimmte Rechte, die wir als Sprecher ihnen zustehen sollten. Dazu gehört, daß wir immer 100% geben sollten.

 Denn worauf lassen solche Gedanken schließen?  Richtig: Der Sprecher ist so mit sich selbst beschäftigt, dass er seine Pflichten dem Publikum gegenüber vergisst. Er/Sie denkt dann nicht daran, dass das Publikum bestimmte Rechte hat, die beachtet werden müssen, damit die Präsentation ansprechend wird.

Diese Zuhörerrechte sind leicht zu merken.

 1. Folgen Siprecher einer klaren Struktur. Fragen Sie sich: Was ist die Kernaussage meiner Präsentation? Die meisten Sprecher sagen einfach alles was Sie wissen, in der Hoffnung, dass sich der Zuhörer irgend etwas davon merkt. Nicht gut, weil irreführend.

Sie sollten sich daher immer fragen: Was ist die eine Aussage, die sich der Zuhörer merken soll? Alle Ihre anderen Punkte unterstützen diese eine Aussage.

2. Respektieren Sie die Zeit Ihrer Zuhörer. Überziehen Sie noch nicht einmal eine Sekunde. Denn Überziehungen sind schmerzhaft für beide, den Sprecher und den Zuhörer. Sobald Sie überziehen, werden Sie zum sprecherischen Super-GAU. Der Sprecher ist für die Zuhörer nicht mehr einzuschätzen. Anstatt zuzuhören, denkt das Publikum jetzt: „Wie lange geht das noch?“, „Schaffe ich meinen Zug noch?“, „Stehe ich gleich im Stau?“ oder „Ich muss wirklich dringend pinkeln.“

Respektieren Sie die Zeit Ihrer Zuhörer. Sie haben vielleicht Anschlussmeetings, Verabredungen, Konzertkarten. Hören Sie pünktlich  – oder noch besser – hören Sie einfach 5 Minuten eher auf.

3. Geben Sie immer 100 Prozent. Welche Art von Präsentation würden Sie selbst gern hören? Vermutlich etwas, das Sie zum Nachdenken bringt, Sie motiviert und inspiriert oder Sie anregend informiert. Halten Sie sich fest: Ihr Publikum möchte das auch. Verrückt, oder?

Aber warum machen das dann viele Sprecher nicht? Vermutlich meistens, weil es anstrengend ist. Doch das  muss egal sein. Das Publikum hat ein Recht darauf, das Beste vom Sprecher zu bekommen.

Es geht in diesem Zusammenhang nicht um mich als Sprecher. In dem Moment, in dem ich aufstehe, um meine Rede zu halten, diene ich meinem Publikum. Ich kann müde und überarbeitet sein, mein Partner und ich haben uns morgens vielleicht gestritten und ich habe den tollen Auftrag nicht bekommen. Egal. Das Publikum verdient mein Bestes. Das Beste von mir ist nicht immer gleich. Manchmal habe ich nur 10%, an anderen Tagen dagegen 80% zur Verfügung. Aber davon gebe ich immer 100%.

Indem ich die Aufmerksamkeit von meinen Befindlichkeiten wegnehme (ohne sie zu ignorieren), kann ich mich als Sprecher mehr auf mein Publikum einlassen und habe mehr Spaß beim Präsentieren.

Und vermutlich werden Sie nicht über Ihr Laptopkabel stolpern, den Beamer mitreißen und kopfüber in die erste Reihe stürzen. Und wenn doch, dann tun Sie es laut lachend und denken dabei „Mann, von allen Dingen, muss mir DAS jetzt passieren. Verdammt…“

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