Vielleicht kennen Sie das: Sie wollen mit Ihrer Präsentation beginnen und auf einmal
werden Sie nervös. Die Schmetterlinge in Ihrem Bauch starten einen Boxkampf, gegen den Vitali Klitschko wie ein blutiger Anfänger aussähe.
Zunächst einmal: Das ist völlig normal.  Ich habe noch nie einen Sprecher erlebt, der nicht in irgendeiner Form dieses kribbelige Gefühl im Bauch spürt, wenn es ans Präsentieren geht.  Und dieses Gefühl ist sogar positiv, denn es zeigt uns, dass uns die Präsentation wichtig ist.

Wenn Sie nervös sind, passiert vermutlich Folgendes, das ich  immer wieder in meinen Coachings und Trainings beobachte: Sie halten die Luft an. Warum passiert das? Unser Atem verbindet uns mit unseren Gedanken und Gefühlen. Indem Sie die Luft anhalten, versuchen Sie unbewusst die Situation zu kontrollieren. Keine gute Idee. Warum? 1. Kontrolle gibt es nicht. 2. Indem Sie die Luft anhalten, verlieren Sie Ihre Spontaneität und die Verbindung zum Publikum. Und Sie verlieren den roten Faden. Es hat einen Grund, warum Einatmung auch Inspiration genannt wird.

Bei Streß halten wir die Luft an. Fangen Sie an, sich zubeobachten: Wann halten Sie die Luft an? Schnell noch eine Email schreiben, schnell noch das Telefonat erledigen, schnell noch die Präsentation vorbereiten…

Beobachten Sie einmal, wann Sie die Luft anhalten.  Wenn Sie sich gestresst fühlen, atmen Sie vermutlich auch sehr flach. Ein weiterer Nachteil: Sie haben keine Stimme. Wörtlich und auch im übertragenen Sinn. Stimme schafft eine Verbindung zwischen den Menschen. Wenn Sie die Luft anhalten, haben Sie nicht genug Unterstützung für Ihre Stimme.
Für volle, tragfähige Stimmen brauchen wir die Bauchatmung. Sie können das jetzt direkt ausprobieren: Legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch und beobachten Sie die Bewegung der Bauchdecke. Bei der Einatmung sollte sich der Bauch nach außen wölben, bei der Ausatmung geht er nach innen.

Die Atmung ist ein wichtiger Baustein für die Stimme. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Intention. Wenn Sie nicht gehört werden wollen, dann werden Sie vermutlich auch nicht gehört. Die Stimme reagiert auf diesen inneren Motor. Wenn Sie präsentieren, sprechen Sie mit der Intention, gehört werden zu wollen. Nur so stellen Sie eine Verbindung zum Publikum her. Viele Sprecher sprechen mit der Intention, perfekt sein zu wollen. Perfektion ist genauso eine Illusion wie Kontrolle.

Wie können Sie das üben?

1. Beobachten Sie, wann Sie die Luft anhalten

2. Wenn Sie flach atmen oder die Luft anhalten: Legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch und lassen Sie den Atem bis in den Bauch fallen. Das braucht Übung und kann einige Zeit dauern. Ich empfehle oft, mit einem Sprecherzieher oder Logopäden daran zu arbeiten.

3. Bevor Sie eine Rede halten oder präsentieren: „Atmen“ Sie den Raum. Stellen Sie sich in die Mitte des Raumes, das Gewicht gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt. Schicken Sie die Ausatmung auf einem hörbaren F-Laut in jede Ecke des Raumes.

4. Beginnen Sie dann Ihre Rede und schicken Sie Ihre Stimme laut und deutlich in jede Ecke des Raumes.

5. Danach stellen Sie sich vorne hin und schicken Ihre Stimme bis an die hintere Wand.

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